Über

Ruhrstadt revisited

Meine erste große Arbeit während des Hauptstudiums hat sich mit dem Ruhrgebiet auseinandergesetzt. Ich mit mit der Großbildkamera und Stativ per Fahrrad und VRR durch halb NRW gefahren, auch um über meine neue Heimat zu lernen. Daraus wurde eine Ausstellung von SW-Prints. Ein paar der Prints und mittelfristig auch einige der Negative, werde ich unter dem Punkt 92/93 zeigen.

Die aktuelle Arbeit hat einen ähnlichen Ansatz, das Ruhrgebiet, die Fototechnik und ich sind nicht mehr die, die sie Anfang der Neunziger waren. Ich wähle die Orte wie damals ohne Plan, wichtiger ist es, Neues zu entdecken, dem Zufall eine Chance zu geben und die eigene Umgebung besser kennenzulernen. 2020 ist dafür ein gutes Jahr, ich reise nicht, der Himmel und das Licht sind im Ruhrgebiet schöner als sonst, weil es viel weniger Flugverkehr gibt. Und natürlich wurden auch ein paar Jobs abgesagt, weil vieles nicht mehr stattfindet. So bleibt auch Zeit für eine freie Arbeit. Sie finden die neuen Aufnahmen unter ruhrstadt revisited.

Trotz der persönlichen Auswahl der Ort und Motive soll der Charakter der Bilder dokumentarisch bleiben. Ich beschneide oder korrigiere die Perspektive, entweder mit Shift-Objektiven oder nachträglich am Rechner. Aber es wird nichts retuschiert außer vielleicht mal ein Staubkorn auf dem Sensor im Himmel. Aber das Bild soll dem Augeneindruck vor Ort entsprechen.

Die Webseite ist work in progress, eine vorläufige Vollständigkeit ist für Mitte 2021 geplant.

Als ich Informationen zu meinen alten Großbildfotos im Netz gesucht habe, war ich etwas erschrocken, dass ich zu manchen Themen nicht ein einziges Foto gefunden habe und bei anderen kein Bildmaterial, das professionellen Ansprüchen genügen würde. Ich werde deswegen wohl sehr viel mehr der alten Negative digitalisieren und online stellen, als ich anfangs geplant habe. Selbst bei den neuen Aufnahmen seit Herbst 2020 ist schon so vieles dabei, das bereits Geschichte ist, gerade Dortmund ist in einem schnellen Wandel, besonders im Hafen und auf dem alten Unionsgelände.

Christian Westphalen
April 2021


Gefördert durch ein Künstlerstipendium im Rahmen der NRW-Corona-Hilfen

Hoesch, Phoenix Ost, Dortmund, Mitte der 90 Jahre (c) Christian Westphalen
Hasselblad, Agfa Optima
Hoesch, Phoenix Ost, Dortmund, Mitte der 90 Jahre